Samstag, 21. März 2015

Helvetas kritisiert UNO-Zahlen: Trotz Brunnenbau kein sauberes Trinkwasser


Helvetas kritisiert UNO-Zahlen: Trotz Brunnenbau kein sauberes Trinkwasser

Helvetas kritisiert UNO-Zahlen: Trotz Brunnenbau kein sauberes Trinkwasser
www.presseportal.ch/pm/100000432 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Helvetas/Flurina 


Rothenberger"Zürich (ots) - Die UNO-Zahlen zur Trinkwasserversorgung gehen an der Realität vorbei. Trotz Zugang zu einem Brunnen trinken weit mehr als die nach Angaben der UNO 750 Millionen Menschen infiziertes Wasser. Schuld daran sind verschmutzte Quellen und mangelnde Hygiene. Helvetas baut in ihren Wasserprojekten die Hygieneschulung aus. In den letzten 15 Jahren haben 2,3 Milliarden Menschen Zugang zu Wasser erhalten. Das ist unzweifelhaft ein Erfolg der Kampagne für die UNO Millenniumsziele, den die Staatengemeinschaft auch gerne hervorstreicht.


Die Wasserfachleute von Helvetas kritisieren den Optimismus der UNO und weisen darauf hin, dass immer noch deutlich über 2 Milliarden Menschen unsauberes Wasser trinken. Verantwortlich dafür sind Verschmutzungen an den Wasserquellen und ein Mangel an Hygiene auf dem Weg vom Brunnen in die Haushalte. Helvetas fordert von der UNO, dieser unbequemen Realität in die Augen zu sehen.
Wasserverschmutzung durch mangelnde Hygiene
Auch Helvetas betrachtet es als Erfolg, dass durch ihre Wasserprojekte jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung erhalten. Doch Helvetas wertet die erfreulichen Zahlen zur Infrastruktur realistisch. "Sauberes Wasser im Brunnen heisst nicht automatisch, dass auch sauberes Wasser getrunken wird", erklärt Agnes Montangero, Wasserexpertin bei Helvetas.
Das zeigt eine breit angelegte Wirkungsstudie der ETH im westafrikanischen Benin, die Helvetas in Auftrag gegeben hat. In Benin wurden mit Unterstützung von Helvetas in den letzten Jahren 152 Brunnen für Schulen, Gesundheitszentren und Dörfer neu gebaut oder verbessert.
Die Forscher der ETH untersuchten die Wasserqualität und befragten 600 Erwachsene und 500 Schülerinnen und Schüler, die diese Brunnen benutzen. Die Wirkungsstudie erbrachte zwei wichtige Resultate. Direkt bei den Brunnen sind die Bakterienbefunde um die Hälfte bis zwei Drittel zurückgegangen. Doch der Hygienevorteil wird beim Transport und bei der Aufbewahrung des Wassers in den Haushalten wieder zunichte gemacht. Unsachgemässe Lagerung und schmutzige Hände bringen Krankheitskeime ins Wasser, und die Menschen profitieren weit weniger von den sauberen Brunnen, als dies möglich wäre.
Die Studie zeigt auch, dass die Menschen trotz intensiver Aufklärungsarbeit ihr Hygieneverhalten kaum verändert haben. "Wir haben schon vor der Studie begonnen, unsere Arbeit selbstkritisch zu beleuchten", sagt Agnes Montangero. "Das Hygieneverhalten zu verändern ist eine enorme Herausforderung. Fachleute um die ganze Welt berichten von Latrinen, die gar nicht oder als Hühnerstall verwendet werden." Viele Menschen seien nicht bereit oder in der Lage, das neu erworbene Wissen auch umzusetzen, führt sie weiter aus. "Ein Phänomen, das hierzulande alle kennen, die mit dem Rauchen aufhören oder mit Joggen anfangen wollen."
Zusammen mit Psychologen der EAWAG erarbeitet Helvetas effizientere Hygiene-Kampagnen, die darauf abzielen, das Hygieneverhalten der Menschen zu ändern. "In Haiti, Mali und Benin hat Helvetas letztes Jahr Studien durchgeführt, um die bestimmenden Verhaltensfaktoren zu identifizieren", erklärt Montangero. In Mali zum Beispiel sei es üblich, dass vor dem Essen alle Menschen die Hände in einer gemeinsamen Schüssel waschen. "Das ist zwar ein schönes Symbol der Gemeinschaftlichkeit, doch hygienisch ist es nicht", sagt sie. Die neue Hygiene-Kampagne setzt sich unter anderem auch mit diesem Brauch auseinander.
Hygiene muss in UNO-Zielen berücksichtigt werden
Von der UNO erwartet die Helvetas-Expertin, dass sie die Bedeutung von Hygiene für sauberes Trinkwasser anerkennt. Wasser ist eines der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals), die im September in New York als Nachfolgeprogramm zu den UNO Millenniumszielen verabschiedet werden sollen. Um die Zielerreichung zuverlässig zu messen, darf die UNO in Zukunft nicht nur Brunnen zählen, sondern muss auch Indikatoren wie das Hygieneverhalten berücksichtigen.
Für Rückfragen:
Matthias Herfeldt, Mediensprecher,  044 368 65 48, 076 338 59 38,  matthias.herfeldt@helvetas.org  Agnes Montangero, Wasserexpertin Helvetas,  044 368 65 43,  agnes.montangero@helvetas.org






UNICEF ZUM WELTWASSERTAG AM 22. MÄRZ Köln, 20. März 2015 Schmutziges Wasser kostet täglich fast 1.000 Kindern das Leben


http://www.unicef.de/presse/2015/weltwassertag-2015/73998

UNICEF

https://youtu.be/8SPfK-s_Qb4


UNICEF ZUM WELTWASSERTAG AM 22. MÄRZ
Köln, 20. März 2015
Schmutziges Wasser kostet täglich fast 1.000 Kindern das Leben
UNICEF-Botschafterin Eva Padberg setzt sich für sauberes Trinkwasser für alle ein
Anlässlich des Weltwassertags fordert UNICEF, dass bis zum Jahr 2030 jeder Mensch überall auf der Welt sauberes Trinkwasser hat. Trotz großer Fortschritte haben 748 Millionen Menschen nach wie vor kein sicheres Wasser zur Verfügung, 90 Prozent von ihnen leben in Asien und Subsahara-Afrika. Besonders für Kinder in armen ländlichen Regionen ist das lebensgefährlich: Jeden Tag sterben fast 1.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, verursacht durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene.

„Für uns ist es selbstverständlich, dass wir einfach den Wasserhahn aufdrehen und trinken können. Aber für viele Kinder in Entwicklungsländern ist es lebensgefährlich, ihren Durst zu stillen“, sagt UNICEF-Botschafterin Eva Padberg. „Deshalb setze ich mich zusammen mit UNICEF dafür ein, dass in Zukunft jede Familie auf der Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser und Latrinen hat.“ Padberg hat auch die Kampagne „Wasser wirkt“ unterstützt, die UNICEF Deutschland jetzt nach drei Jahren erfolgreich abschließt.
Ende dieses Jahres laufen die sogenannten „Millenniums-Entwicklungsziele“ aus. Mit ihnen hatten sich die Vereinten Nationen unter anderem vorgenommen, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser von 1990 bis 2015 zu halbieren. Dieses Ziel wurde sogar schon fünf Jahre vor Ablauf der Frist erreicht, 2,3 Milliarden Menschen haben seit 1990 Zugang erhalten. Nur in drei Ländern – der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik und Papua Neuguinea – hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch immer kein sicheres Trinkwasser.
Die guten Durchschnittswerte verdecken jedoch große Unterschiede: Vor allem die ärmsten Familien, die in einer ländlichen Region im südlichen Afrika oder Asien leben, bleiben von dem Fortschritt bisher ausgeschlossen. Mädchen verlieren außerdem viel Zeit mit Wasserholen – Zeit, die ihnen zum Beispiel für den Schulbesuch fehlt. UNICEF schätzt, dass allein in Afrika die Menschen, vor allem Frauen und Mädchen, jedes Jahr 40 Milliarden Stunden mit Wasserholen beschäftigt sind.
UNICEF fordert deshalb, dass bis 2030 erstmals alle Menschen weltweit in ihren Häusern oder in der nahen Umgebung Trinkwasser und sanitäre Anlagen haben sollen. Auch Schulen und Krankenhäuser sollen einen Mindeststandard von Wasser, Latrinen und Hygieneregeln haben, um Krankheiten vorzubeugen. Das soll auch verbindlich in den neuen nachhaltigen Entwicklungszielen, die dieses Jahr von den Vereinten Nationen verabschiedet werden sollen, festgelegt werden.
Auch dank besserem Zugang zu Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygiene konnte die Kindersterblichkeit in den vergangenen Jahrzehnten halbiert werden. Die Zahl der Kleinkinder, die an Durchfallerkrankungen sterben, ist seit 2000 um 54 Prozent gesunken. Dennoch gehören Durchfallerkrankungen neben Lungenentzündungen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren weltweit.
Kampagne „Wasser wirkt“ hilft über 500.000 Kindern
Zum Weltwassertag schließt UNICEF Deutschland die erfolgreiche Kampagne „Wasser wirkt“ ab. Drei Jahre lang haben vor allem die 150 ehrenamtlichen UNICEF-Gruppen in ganz Deutschland auf das Menschenrecht auf Wasser aufmerksam gemacht und Spenden für Kinder in sechs Programmländer gesammelt.

Schmutziges Wasser tötet täglich fast 1.000 Kinder

http://www.kleinezeitung.at/s/chronik/international/4689847/Kampf-ums-Ueberleben_Schmutziges-Wasser-totet-taeglich-1000-Kinder

Schmutziges Wasser tötet täglich fast 1.000 Kinder

Für 748 Millionen Menschen ist die Versorgung mit sauberem Wasser noch immer ein täglicher Kampf - viele Kinder bezahlen diesen Umstand mit ihrem Leben.
Seit 1990 haben etwa 2,3 Milliarden Menschen Zugang zu Trinkwasser erhalten. Doch für 748 Millionen Menschen ist die Versorgung mit sauberem Wasser noch immer ein täglicher Kampf. Vor allem Randgruppen, arme Familien und Menschen in ländlichen Gebieten sind betroffen.

Unhaltbare Verhältnisse

Für Kinder sind die Folgen von verschmutztem Trinkwasser tragisch: Durchschnittlich sterben noch immer 1.000 Kinder jeden Tag an Durchfallerkrankungen. Weltweit gibt es noch drei Länder, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung kein Trinkwasser zur Verfügung hat: Mosambik, Papua Neuguinea und die Demokratische Republik Kongo. Zwei von fünf Menschen weltweit ohne Zugang zu sauberem Wasser leben im südlichen Afrika. In China leben 112 Millionen Menschen ohne Trinkwasser und in Indien 92 Millionen.
Bis 2030 sollen alle Menschen in ihren Häusern oder in der nahen Umgebung eine Grundversorgung mit Trinkwasser und sanitären Anlagen haben, so die UNICEF-Forderung. Auch Schulen und Krankenhäuser sollen einen Mindeststandard von Wasser, Latrinen und Hygieneregeln haben, um Krankheiten vorzubeugen. Das soll auch verbindlich in den neuen nachhaltigen Entwicklungszielen, die dieses Jahr von den Vereinten Nationen verabschiedet werden sollen, festgelegt werden.
UNICEF führt in mehr als 100 Ländern Programme für Trinkwasser und Hygiene durch. Die Organisation arbeitet mit Partnern und Regierungen und setzt sich für innovative und kostengünstige Methoden ein. Bei Naturkatastrophen und Krisen wie aktuell in Vanuatu, in Syrien oder im Südsudan stellt UNICEF unter anderem große Mengen von Chemikalien zur Wasserreinigung bereit und verteilt Hygienesets mit Seife, Waschmittel und anderen Hygieneartikel an Flüchtlinge in Notunterkünften.

Mehr zum Thema

Sollten Reformen ausbleiben, drohe eine Trinkwasser-Knappheit, die vor allem Länder mit heißem und trockenem Klima hart treffen werde.
Warnung vor akutem Wassermangel / Bild: APA/ROBERT JAEGER

Freitag, 20. März 2015

ADRA Vanuatu sorgt für Trinkwasser.....

http://www.stanet.ch/APD/news/4332.html

ADRA Vanuatu sorgt für Trinkwasser, sanitäre Anlagen und Hygieneprint druckenemail versenden
Silver Spring, Maryland/USA, 19.03.2015 / APD
Vom Zyklon zerstörtes Auto auf Vanuatu
Vom Zyklon zerstörtes Auto auf Vanuatu
© Foto: ADRA
Laut Regierungsangaben in Vanuatu sind 24 Menschen dem Zyklon „Pam“ zum Opfer gefallen und 3.300 mussten evakuiert werden. Wie viele Menschen wirklich betroffen sind und wie gross der Schaden ist, kann erst abgeschätzt werden, wenn die weitere Inseln wieder zugänglich oder die Kommunikationskanäle wiederhergestellt sind. Der Wirbelsturm fegte am 14. März mit Windgeschwindigkeiten von 270 Kilometern über einen Teil des 1.300 Kilometer langen Archipels von 83 Inseln hinweg, deren 67 mit rund 253.000 Menschen bewohnt sind. Häuser, Schulen, Strassen, Brücken und Häfen seien massiv beschädigt worden, teilte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Vanuatu mit, die seit sieben Jahren im Land tätig ist.
Das Hilfswerk schütze im Moment rund 9.500 Begünstigten vor den krankmachenden Folgen mangelhafter Hygiene, schlechten sanitäreren Anlagen sowie dem ungenügenden Zugang zu Trinkwasser in zehn der 20 Notunterkünfte, die in der Hauptstadt Port Vila errichtet worden seien. Zudem würden den Opfern des Zyklons Nahrungsmittel, Haushalt-Wasserfilter, Hygiene-Kits und Informationen über Hygiene im Katastrophenfall verteilt.
ADRA Vanuatu mit Leitung im WASH-Bereich
Für ADRA Vanuatu arbeiten in der Hauptstadt Port Vila sowie auf den Inseln Efate, Tanna, Pentecost und Santo insgesamt 20 Angestellte mit Ausbildung im technischen und Projektmanagementbereich, speziell im Bereich Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH). Dies, in Verbindung mit Nothilfematerialien, die in Lagerhäusern auf drei Inseln bereitstanden, hätten es dem Hilfswerk unmittelbar nach der Katastrophe ermöglicht Wasserkanister, Wasserfilter und Seife zu verteilen. Der Zugang zu sauberem Wasser sei ein zentrales Element nach einer Katastrophe, um viele Krankheiten zu verhindern, so die Hilfsorganisation. ADRA Vanuatu arbeitet mit der Katastrophenhilfe der Regierung (NDMO) zusammen. Dem Hilfswerk wurde die Leitung im Berich Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH) übertragen.

Ein Teil der 83 ADRA-Freiwilligen


Ein Teil der 83 ADRA-Freiwilligen
© Foto: ADRA
ADRA Freiwillige
Als Hilfswerk der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, kann ADRA Vanuatu auf der ganzen Inselgruppe aus den 19.200 Kirchenmitgliedern in 85 Kirchgemeinden Freiwillige rekrutieren. Gegenwärtig arbeiten 83 Freiwillige bei ADRA mit.
Internationale Spezialisten vor Ort
Die regionale ADRA Leitung sei mit sechs Spezialisten des Katastrophenteams vor Ort, zusätzlich auch eine Mitarbeiterin von ADRA Deutschland, welche die weiteren Nothilfeprojekte und spätere Wiederaufbauprojekte planten und die Kommunikation gewährleisteten, so ADRA International.
WASH-Projekt geplant
In einem weiteren Projekt ist laut ADRA International geplant, dass auf den am meisten verwüsteten Inseln Efate, Tanna und Pentecost, in Koordination mit der nationalen Katastrophenhilfe (NDMO), 30.000 Menschen in den Bereichen sauberes Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH) zu helfen.
Zerstörte Kirchen
Nach Angaben von Pastor Nos Terry, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Vanuatu, seien in der Hauptstadt Port Vila durch den Zyklon vier adventistische Kirchengebäude total zerstört worden. Viele seiner Kirchenmitglieder hätten ihre Häuser verloren und hätten in Notunterkünften Unterkunft gefunden. 


Samstag, 21. Februar 2015

Umweltbundesamt-Leitfaden über gesundes Wasser aus Hausbrunnen

http://www.baulinks.de/webplugin/2012/0417.php4

Umweltbundesamt-Leitfaden über gesundes Wasser aus Hausbrunnen


(12.3.2012) Über 700.000 Menschen in Deutschland beziehen ihr Trinkwasser aus eigenen Brunnen oder Quellfassungen. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Frankfurt am Main und rund einem Prozent der deutschen Bevölkerung. Auch an Trinkwasser aus diesen sehr kleinen Wasserversorgungsanla­gen stellt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) klare Qualitäts­anforderungen. Typischerweise findet man diese Anlagen eher im ländlichen Bereich. Wie das Wasser aus eigenen Brunnen und Quellen ein gesunder, sicherer Genuss bleibt, zeigt jetzt die neue Broschüre des Umweltbundesamtes (UBA): „Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen - Empfehlungen für Betrieb und Nutzung“.
Die Broschüre informiert über rechtliche Pflichten bei Nutzung und Betrieb von eigenen Brunnen und Quellen, benennt mög­liche Gefährdungen für die Trinkwasserqualität und gibt Hinweise auf Gegenmaßnah­men. „Nur der sichere Betrieb von Brunnen oder Quellfassungen sorgt für Trinkwasser, das schmeckt und gesund ist“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA.
In ländlichen Gebieten sind Hausbrunnen vielerorts ein wichtiger Bestandteil der Was­serversorgung. Das Problem: Im Gegensatz zu zentralen Wasserversorgungen ent­spricht die Trinkwasserqualität dieser Anlagen nicht immer den mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung. Das belegen die dem UBA vorliegenden Daten. „Alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben Anspruch auf Wasser, das schmeckt und gesund ist“, so der UBA-Chef. Um dieses Ziel zu er­reichen, unterstützt der Ratgeber die Betreiberinnen und Betreiber von Hausbrunnen und Quellfassungen.
Mit vielen praktischen Tipps erklärt die Broschüre unter anderem, wie das Wasserein­zugsgebiet geschützt werden kann und die Anlage sicher und funktionsfähig bleibt. Außerdem enthält die neue Broschüre Kopiervorlagen, beispielsweise für Begehungs­protokolle, mit denen sich der laufende Betrieb dokumentieren lässt. Für weiterfüh­rende Fragen benennt der Ratgeber wichtige Anlaufstellen.
Das UBA gibt diesen Ratgeber in Zusammenarbeit mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Kleinanlagen der Trinkwasserver­sorgung“ (BLAG) heraus. Nach „Rund um das Trinkwasser“ ist dieser Ratgeber die zweite Broschüre in einer Reihe, mit der das UBA die Öffentlichkeit ausführlich über das Thema Trink­wasser informiert - siehe dazu Beitrag "Änderungen der Trink­wasserverordnung für sichere Trinkwasserqualität in Gebäuden" vom 1.11.2011.
Der UBA-Ratgeber „Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen - Empfehlungen für Betrieb und Nut­zung“ kann per E-Mail an Umweltbundesamt kostenlos angefordert werden; zudem ist er als PDF-Dokument downloadbar.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:

Mittwoch, 18. Februar 2015

Trinkbrunnen für die Schüler eines Gymnasiums

http://muehlacker-tagblatt.de/nachgefragt/hygiene-ist-gewaehrleistet/

„Hygiene ist gewährleistet“

Von fragen anja schröder Erstellt: 17. Februar 2015, 00:00 Uhr
„Hygiene ist gewährleistet“Thomas Mühlbayer ist Schulleiter am Theodor-Heuss-Gymnasium in Mühlacker

Der Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) inMühlacker hat jetzt einen Trinkbrunnen für seine Schüler in Auftrag gegeben.
Seit wenigen Monaten hat die Mörike-Realschule eine hochmoderne Brunnenanlage. Wann wird amTheodor-Heuss-Gymnasium voraussichtlich das Wasser sprudeln?
Die Standortsuche war bei uns nicht ganz einfach. Der Trinkbrunnen braucht nicht nur eine Frischwasser-, sondern auch eine Abwasserleitung. Deshalb musste ein Standort gefunden werden, wo diese Leitungen mit vertretbarem Aufwand hingeführt werden können. Dieser Ort ist nun neben dem Aufzug gefunden. Für die Leitungen muss der relativ dicke Boden durchbohrt werden, damit sie vom Keller hochgelegt werden können. Ich hoffe, dass diese Vorarbeiten bald gemacht werden, und denke, dass der Trinkbrunnen im Laufe dieses Schulhalbjahres in Betrieb genommen wird.
Nachdem das Projekt publik geworden war, gab es auch kritische Stimmen zur Hygiene. Wie funktioniert der Trinkbrunnen?
Die Hygiene ist absolut gewährleistet. Das Wasser beziehungsweise der Sprudel, den man am Brunnen auch zapfen kann, werden gekühlt. Es sind mehrstufige Filter eingebaut. Die Wasserauslässe sind durch Metallbügel geschützt, so dass sie beim Zapfen nicht berührt werden. Die Anlage spült sich regelmäßig automatisch, so dass niemals – auch nicht nach Ferien – länger Wasser in den Leitungen steht. Summa summarum erfüllt sie alle Anforderungen, die an einen „Lebensmittellieferanten“ gestellt werden müssen.
Welche Vorteile sehen Sie in einem Trinkbrunnen?
Ich verspreche mir davon, dass die Schüler mehr Wasser beziehungsweise Sprudel trinken, wenn es nichts kostet. Denn: Zum einen ist es wichtig, genug zu trinken. Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit. Und zum Zweiten werden dann wohl weniger Süßgetränke konsumiert.
Wie finanziert sich der Brunnen?
Die Hauptkosten teilen sich Förderverein und Schulbudget. Außerdem haben die Stadtwerke einen Zuschuss zugesagt. Die Kosten des laufenden Betriebes, das heißt CO2-Flaschen, Reinigung und Wartung, möchte ich mit einer freiwilligen Spende von einem Euro pro Konsument pro Schuljahr decken.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Wird das Wasser in Zukunft wieder sauber?

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article137319152/Wird-das-Wasser-in-Zukunft-wieder-sauber.html



Trinkwasser in Deutschland gilt als besonders sauber: Allerdings können herkömmliche Kläranlagen nicht verhindern, dass Mikroplastik und Arzneimittelrückstände im Wasser bleiben

Trinkwasser in Deutschland gilt als besonders sauber: Allerdings können herkömmliche Kläranlagen nicht verhindern, dass Mikroplastik und Arzneimittelrückstände im Wasser bleiben


Wird das Wasser in Zukunft wieder sauber?
Medikamentenrückstände, Pestizide, Legionellen: Immer wieder werden im Wasserkreislauf Stoffe gefunden, die dort nicht hingehören. Zu möglichen Konsequenzen wurde drei Jahre lang geforscht.

Mögliche Risiken im Trink- und Abwasser müssen Experten zufolge noch besser und gezielter überwacht werden. Bisherige mikrobiologische Tests der Trinkwasserüberwachung seien teilweise 100 Jahre alt und nicht mehr allein ausreichend, sagte der Mediziner Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) der Universität Bonn in Berlin. Auch Rohwasser, das zu Trinkwasser aufbereitet werde, müsse mit untersucht werden.

Im internationalen Vergleich verfüge Deutschland zwar über ein "herausragendes Wasserversorgungssystem". Dennoch sei es angesichts der alternden Gesellschaft nötig, Gewässer und damit die Trinkwasserversorgung zu sichern.
Legionellen-Epidemien wie 2013 in Warstein hätten gezeigt, dass Risiken übersehen worden seien. Zudem müssten antibiotikaresistente Erreger in den Fokus rücken, etwa aus der Tiermast. Sie seien inzwischen weit verbreitet, sagte Exner.


Mikroplastik im Wasser



Giftstoffe
erunreinigungen im Wasser, deren Quellen und mögliche Gegenmittel waren Schwerpunkte der Förderlinie "Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf" (RiSKWa). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte zwölf Vorhaben über drei Jahre mit insgesamt 31 Millionen Euro. Beteiligt waren Forscher sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wasserver- und Abwasserentsorgung.
Auch Rückständen von Arzneimitteln im Wasserkreislauf haben sich die Projekte gewidmet: Das Vorkommen ist dank modernerer Tests seit einigen Jahren bekannt. Ein zunehmender Einfluss vom Menschen stammender Produkte wird erwartet – nicht nur, weil die Bevölkerung altert und vermehrt auf Medikamente angewiesen ist.
Arzneien werden über Toiletten entsorgt
Auch der Klimawandel lässt den Wasserspiegel und damit den Verdünnungsfaktor sinken. Problematisch dabei: Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland entsorgt alte Medikamente über das Waschbecken oder die Toilette, wie eines der RiSKWa-Projekte zeigte.
Dokumentiert ist bislang lediglich bei einzelnen Wirkstoffen, dass sie sich auf die Tierwelt auswirken, allen voran auf Fische – etwa bei dem Schmerzmittel Diclofenac. Auch von manchen Hormonen ist bekannt, dass sie die Fortpflanzungsfähigkeit von Fischen einschränken.
Und beim Menschen? Es sei "mit nur schwierig erfassbaren chronischen Effekten zu rechnen", wenn man den Spurenstoffen lebenslang ausgesetzt ist, sagte Professor Martin Jekel vom Fachbereich Wasserreinhaltung der TU Berlin. Die bisher gefundenen Mengen variierten je nach Stelle im Wasserkreislauf, bewegten sich aber meist im Nanogramm-Bereich.
Konventionelle Kläranlagen seien für diese Stoffe nicht gemacht, sagen Experten. Schon seit Längerem diskutiert wird eine vierte Reinigungsstufe, zusätzlich zu physikalischen Klärprozessen.
Verfahren nicht für alle Klärwerke geeignet
In den RiSKWa-Projekten wurden etwa Techniken mit Aktivkohle und Ozon untersucht, mit denen das Wasser behandelt wird. Eingesprudeltes Ozon wandelt die Problemstoffe um, Aktivkohle-Granulat lagert sie an.
Für die neuen Verfahren kämen nicht alle deutschen Klärwerke infrage, sagte Professor Wolfgang Firk, Vorstand des Wasserverbandes Eifel-Rur: Allein durch zusätzliche Technik in den größten 3000 Anlagen könne man aber einen Großteil des Abwassers erreichen.
Auch das ist eine Kostenfrage: Bis zu 15 Milliarden Euro könnten anfallen. Zunächst wolle man mit Demonstrationsanlagen arbeiten, so Firk. Denn der Beweis stehe noch aus, dass sich mit der vierten Stufe tatsächlich die ökologische Qualität von Gewässern verbessern lasse.







Bill Gates präsentiert Wunder-Maschine für Trinkwasser